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Das
Professkreuz,
von Franz von Sales entworfen
1610 gründete der
hl. Franz von Sales (1567-1622) zusammen mit der hl. Johanna Franziska von
Chantal (1572-1641) die Ordensgemeinschaft der Schwestern der Heimsuchung
Mariens. Für diese Schwestern entwarf der hl. Franz von Sales ein
Professkreuz, das die Schwestern ständig tragen sollten. Heute wird
dieses Professkreuz nicht nur von den Schwestern der Heimsuchung, sondern
von verschiedenen anderen salesianischen Gemeinschaften als äußeres
Erkennungszeichen verwendet. In der Symbolik
dieses Professkreuzes konzentrieren sich wesentliche Elemente der
Spiritualität des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers.
Die Vorderseite
(IHS)
Am Fuß des Kreuzes
lassen sich drei Berge erkennen. Es
sind jene drei Berge, die im Leben Jesu eine besondere Rolle gespielt
haben: Der Berg Tabor ( Mt 17,1-9), der Berg der Verklärung, der Freude.
Der Ölberg (Mt 26,30-35), der Berg der Angst und Hingabe an den Willen
Gottes. Und der Kalvarienberg, Golgota (Mt 27,31-44), der Berg des Todes.
Aus Golgota erwächst
eine Siegespalme oder ein Ölzweig.
Die Siegespalme bedeutet: Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus die Macht
des Todes und der Sünde besiegt. Die Liebe ist stärker als der Tod. Der
Ölzweig symbolisiert den Bund, den Gott nach der Sintflut mit Noach
geschlossen hat und der nun endgültig in alle Ewigkeit mit dem Kreuzestod
Jesu erneuert und besiegelt wurde.
Über der
Siegespalme sind drei blutende Nägel
eingraviert. Jesus wurde mit drei Nägeln ans Kreuz geschlagen. Hier
symbolisieren diese Nägel auch die drei Gelübde der Armut, der ehelosen
Keuschheit und des Gehorsams. Diese drei Gelübde können im Ordensleben
sehr schmerzlich sein, jedoch verbinden sie uns mit dem Gekreuzigten, der
seinen Jüngern den Rat gegeben hat, um des Himmelreiches willen arm,
ehelos und gehorsam zu leben.
Im Querbalken ist
zwischen zwei Liebesflammen der Name Jesus
eingraviert. IHS sind die ersten drei Buchstaben des Namens Jesus in
griechischer Schreibweise: IHSYS. Dieser Name soll nach Franz von Sales in
das Herz geschrieben werden, damit der Mensch ganz von Jesus durchdrungen
ist. Das Leitwort des hl. Franz von Sales - „Es lebe Jesus!“ – ist
hier angedeutet.
Über dem Namen
erscheint das Doppelkreuz, Symbol für
die Herrschaft im Himmel und auf Erden, Symbol aber auch für die
Nachfolge: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, er
nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16,24). Das persönliche
Kreuz, das jeder im Leben zu tragen hat, vereint sich mit dem Kreuz, das
Jesus zur Erlösung und Verherrlichung trug.
Die
Rückseite (MA)
Die Rückseite des
Professkreuzes zeigt am Fuß des Längsbalkens wieder die drei Berge und
die Siegespalme. Über dieser sind jedoch nicht mehr die drei blutenden Nägel
abgebildet, sondern die Liebesflamme.
Für Franz von Sales sind alle Tugenden Früchte der Liebe, auch die
Tugenden der evangelischen Räte. In einem Gelübde der Liebe wären also
alle anderen Gelübde miteingeschlossen. Ursprünglich wollte Franz von
Sales daher auch, dass die Heimsuchungsschwestern nicht die drei Gelübde,
sondern nur das eine Gelübde der Liebe ablegen, in dem alle Gelübde
enthalten sind. Dieser Wunsch wurde ihm jedoch aus kirchenrechtlichen Gründen
nicht genehmigt. Das Ziel der Gelübde bleibt es jedoch, dass sie Ausdruck
unserer Liebe zum Nächsten, zu Gott und zu uns selbst sind.
Über dieser
Liebesflamme umrahmen die Buchstaben M und A ein
Herz. M und A bedeuten das lateinische Wort Mons Amoris, Berg
der Liebe. Es ist der Kalvarienberg, die Schule der Liebe, wie Franz von
Sales am Ende des Theotimus schreibt, das Ziel und die Vollendung der
Liebe, weil sich dort Gottes Liebe zu uns Menschen durch Jesu Kreuzestod
am größten erwiesen hat. Dort hat Jesus uns sein Herz geöffnet, sein
letztes Geschenk an uns. Die Herz Jesu Verehrung ist also ins Professkreuz
eingraviert.
Über dem Herzen
aufgerichtet ist wieder das Doppelkreuz:
Jesu Herrschaft über Himmel und Erde und die Verbindung meines persönlichen
Kreuzes mit dem Kreuz Christi.
P. Herbert
Winklehner OSFS

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