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Wesentliche
Stichworte
der salesianischen Spiritualität
Salesianisch
leben heißt, Leben in der Gegenwart des liebenden Gottes bei allem, was
ich tue, und das auf eine liebenswürdige, gewinnende, positive, herzliche
Weise, so dass die Menschen, denen ich begegne, nicht den Eindruck
bekommen, dieses Leben in der Gegenwart Gottes wäre mir eine Last oder
mache mich krank und depressiv, sondern dieses Leben in der Gegenwart
Gottes schenkt mir das Leben in Fülle, und zwar heute genauso wie nach
meinem Tod.
Gottesliebe
Franz von Sales ist nicht zu verstehen, wenn man nicht berücksichtigt,
dass all sein Tun, Denken und Reden von der Überzeugung getragen ist,
dass Gott den Menschen liebt. Alles, was von Gott kommt, alles, was Gott
will, alles was Gott tut, geschieht aus Liebe. Gott selbst ist Liebe, er
kann also nicht anders als lieben. Alles, was nicht mit Liebe vereinbar
ist, kommt nicht von Gott. Gottes Wille ist immer Gottes Liebe.
Leben in der
Gegenwart des liebenden Gottes
Salesianisch leben heißt – ausgehend von der Überzeugung, dass Gott
die Liebe ist und uns Menschen nur lieben kann – leben in der Gegenwart
des liebenden Gottes. Gott ist da wie die Luft, die wir atmen und zum
Leben brauchen. Diese Gegenwart ist nicht beängstigend oder störend,
sondern so wichtig, notwendig und erfüllend, wie das Gefühl, liebenswert
und geliebt zu sein.
Weltfrömmigkeit
Wenn ich dem Willen Gottes entspreche, kann ich tun, was ich will, ich
werde immer richtig handeln. Wenn ich dem Willen Gottes nicht entspreche,
kann ich tun, was ich will, ich werde immer falsch handeln. Weltfrömmigkeit
besagt, dass ich bei allem, was ich tue, egal ob dies Gebet, Arbeit oder
Vergnügen ist, den Willen Gottes erfüllen soll. Eine Mutter, die den
Willen Gottes erfüllt, in dem sie am Sonntag ihr krankes Kind pflegt und
nicht in die Kirche geht, lebt damit genauso heilig, wie ein Trappist, der
den ganzen Tag vor dem Tabernakel sitzt, schweigt, fastet und betet. Nicht
der Beruf muss sich an die Frömmigkeit anpassen, sondern die Frömmigkeit
an den Beruf. Eine Frömmigkeit, die dem Alltag schadet, ist keine Frömmigkeit.
Hingabe an den
Willen Gottes
Wer ganz im Willen des
liebenden Gottes lebt und sich ihm anvertraut, der braucht keine Angst
haben. Es wird alles gut werden, weil Gott die Liebe ist, und nicht wollen
kann, dass mir Böses geschieht. Diese Hingabe an den Willen Gottes ist
die Grundlage des salesianischen Optimismus: ich werde nicht zugrunde
gehen, weil Gott mich liebt. Wenn ich auch jetzt so manches nicht
begreife, so kann ich darauf vertrauen, dass alles sein gutes Ende haben
wird.
Mystik des Herzens
Der Ort, in dem Gott im
Menschen wohnen will, ist das Herz. Wenn ich Gott in mein Herz einlasse,
kann ich ihn spüren, erfahren, lieben und erlebe auch, dass er mich
liebt. Jesus selbst hat uns so sehr geliebt, dass er uns am Kreuz sein
Herz geschenkt hat. Er liebt uns also buchstäblich aus ganzem Herzen. So
sollen auch wir Gott nicht nur unseren Verstand, sondern unser Herz öffnen,
damit Gott dort Wohnung nehmen kann. Wer das Herz eines Menschen besitzt,
besitzt den ganzen Menschen.
Weg der
kleinen Tugenden
Gott verlangt vom Menschen sehr selten große Leistungen, aber kleine
Gelegenheiten, Gott zu dienen gibt es täglich. Für diese kleinen
Gelegenheiten brauche ich die kleinen Tugenden: Demut, Sanftmut,
Gleichmut, Herzlichkeit, Geduld, Sorgfalt, Ertragen unserer und der
anderen Fehler, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Milde, Bescheidenheit,
Aufrichtigkeit, Vertrauen.
Eine Zusammenfassung wesentlicher Elemente
der salesianischen Spiritualität hat Franz von Sales selbst in seinem
Entwurf des Professkreuzes
geliefert.
P. Herbert
Winklehner OSFS

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